Zur I. Kompanie gehören seit Gründung des Vereins im Jahre 1930 im Wesentlichen die Mitglieder aus Langwege I. Des Weiteren hatten sich die Kameraden aus Brockdorf, insbesondere aus Kleinbrockdorf, der I. Kompanie angeschlossen. Wegen dieser Ausrichtung war es rückblickend betrachtet auch vernünftig, dass sich die Vereinsmitglieder, die an der Landesstraße nach Dinklage im Nahbereich des sog. Zigeunerbusches wohnten, der III. Kompanie anschlossen. Dadurch war schon bei Gründung des Vereins eine sachgerechte Zuordnung erfolgt, um damit auch eine vergleichbare Kompaniestärke zu gewährleisten.

Von Beginn an haben Mitglieder der I. Kompanie das Vereinsleben sehr stark geprägt und beeinflusst. Dies hängt auch mit der zentralen Lage zusammen. Bereits im September 1930 feierte der damals noch junge Verein sein erstes Schützenfest am Küpers Busch. Die enge räumliche Verbundenheit war sicherlich Motivation und Ansporn für viele Mitglieder der I. Kompanie, sich in besonderer Weise für das Vereinsgeschehen einzusetzen.

Im Jubiläumsjahr hat die I. Kompanie 136 Mitglieder; davon 19 weibliche Mitglieder. Auf dem Bild kniend von links Martin Gerdes, Aloys Middendorf,

Stehend von links, 1. Reihe: Hans-Theo Pieper, Paul Niemann, Aloys Heitmann, Heinz Schütte, Josef Kosmehl, Josef Moormann, Otto Koslowski, Bernard Willenborg, Josef Heitmann, Heinrich Moormann, Ludger Neteler, Andreas Niemann

Stehend von links, 2. Reihe Heinz Arlinghaus, Franz Heitmann, Ludger Schütte, Hans-Heinrich Klöker, Jakob Eveslage, Martin Bockhorst, Josef Bocklage, Stefan Heitmann, Manfred Schiltmeyer, Johannes Klöker, Frank Aumann, Jochen Heil, Michael Niemann

Stehend von links, 3. Reihe:Franz-Josef Willenborg, Franz Pieper, Markus Niemann, Dr. Bernd Klausing, Frank Olberding, Andreas Aumann, Franz-Josef Bockhorst, Dirk Heil, Oliver Arlinghaus,  Josef Bocklage jun., Ulrich Heitmann,  Stefan Möller, Jörg Arlinghaus

 

Die alljährlichen Kirchweihfeste (später als Kirmes bezeichnet) in unseren Städten und Gemeinden sowie die Schützenfeste waren insbesondere in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts Kernstück öffentlicher Veranstaltungen. Das vielfältige Angebot unserer Zeit gab es in den ersten Jahrzehnten nach Gründung des Vereins nicht. Vor diesem Hintergrund ist es verständlich, dass die Mitglieder der I. Kompanie bereit waren, sich für den Verein einzusetzen. Für viele war es eine angenehme Abwechslung vom alltäglichen Leben in einer schwierigen Zeit. Gerne erinnere ich mich, wenn sich in meinen Kindertagen Nachbarn und Freunde auf dem Schützenplatz zum gemeinsamen Arbeitseinsatz trafen, oder das jährliche Schützenfest und Erntedankfest vorbereiteten. Der gemütliche Ausklang nach gelungener Arbeit war für viele Motivation, sich in besonderer Weise zu engagieren. Für viele Mitglieder der Kompanie war und ist der Schützenplatz in wenigen Minuten fußläufig zu erreichen. Dies ist auch heute noch in mancher Situation besonders angenehm.

Ursächlich für die vielfältigen und besonderen Aktivitäten der Kompanie waren sicherlich auch die Gaststätten im Nahbereich des Schützenplatzes bzw. im Einzugsbereich der Kompanie. Die Gaststätte Kalvelage, auch Stoal genannt, war ein wichtiges Bindeglied zwischen den Langwegern und Brockdorfern. Wenn die Aktivitäten – insbesondere im Winter –  auf dem Schützenplatz ruhten, boten sowohl die Gaststätte Stoal als auch die Gastwirtschaft Hinxlage, später Landau, Gelegenheit, sich hier an langen Winterabenden zum Klönen, aber auch zum Kegeln zu treffen.

Nach dem Tod von Heinrich Kalvelage im Jahre 1944 wurde die Gaststätte Stoal (heute Martin Verderber) geschlossen. Seit Gründung des Vereins war jedoch die Gaststätte von Josef und Elisabeth Hinxlage an der Holdorfer Straße Vereins- und Kompanielokal und somit zentraler Treffpunkt.

Vereins- und Kompanielokal Hinxlage

Josef Hinxlage war Neffe von Heinrich Asbree. Daher ist noch heute manchem der Name Asbree geläufig. Viele Ältere erinnern sich gern an Josef Hinxlage jun., besser bekannt als Asbreen Bob. Wichtige Grundsatzentscheidungen wurden im Hause Hinxlage oder unter den Eichen bei Hinxlage getroffen. So wurden hier zum Beispiel zu Beginn der siebziger Jahre die noch heute bewährten Schützenuniformen präsentiert.

Franz Pieper, Josef Hinxlage mit Kinderfahne und Hildegard Willenborg

Hubert Mönnich nimmt einen kräftigen Schluck aus dem Pokal. Maria Pille (vorn) Berti Hinxlage, Ewald Klöker und Franz Willenborg schauen erwartungsvoll.

 

Die meisten Schützenkönige kommen aus der I. Kompanie.

Ein Schützenverein ohne Schützenkönig? Gar nicht vorstellbar! Dass die I. Kompanie gewissermaßen das Rückgrat des Vereins ist, ist auch daran erkennbar, dass aus der I. Kompanie die meisten Könige hervorgegangen sind. Immer wieder waren Kameraden aus dem Kreis der zahlenmäßig kleinsten Kompanie bereit, die Königswürde zu erringen. Und nicht nur das: Häufig musste sie nach sportlich anspruchsvollem Wettbewerb erkämpft werden. Bisher gab es bei St. Hubertus 66 Schützenkönige. 21 Mal konnten sich Mitglieder der I. Kompanie beim Ringen um die Königskette durchsetzen.

Und was macht der Nachwuchs? Auch er war erfolgreich. Jörg Arlinghaus von der I. Kompanie war 1984 der erste Kinderkönig des Schützenvereins. Aus der I. Kompanie folgten ihm Marcel Heitmann, Michael Arlinghaus, Johannes Klöker und Philipp Moormann.

Wichtige Akteure und Aktive stammten und stammen aus der I. Kompanie. Franz Pieper, Großvater unseres heutigen Generals, war in den Anfangsjahren des Vereins verantwortlich für die sog. Kinderbetreuung oder Kinderbelustigung. Wohl niemandem nach ihm ist es gelungen, die Herzen der Kinder an den Schützenfesttagen mit einfachen und wenigen Mitteln mit der ihm eigenen Art zu erschließen.

Er hatte aber auch ein Gespür für viele andere wesentliche Dinge in der Kompanie und im Verein. Neben ihm war Franz Schütte, Inhaber der damaligen Molkerei Schütte, treibende Kraft und Motor des Vereins. Alljährlich am Vormittag des Schützenfestdiensttags fuhr Franz Pieper mit seinem bunt geschmückten Hut zur Molkerei. Ziel seines Besuches war es möglicherweise, Franz und Maria Schütte nach dem ersten anstrengenden Schützenfesttag zu wecken. Gegebenenfalls beabsichtigte er, sich mit frischer Milch für den weiteren Tag zu stärken. Wurde hier ggfls. die Grundlage für den späteren gemeinsamen Frühschoppen gelegt? Die Molkerei Schütte war ein weiterer zentraler Ort für viele Kompaniemitglieder und von besonderer Bedeutung für den Schützenverein. Neben dem Engagement des Firmeninhabers Franz Schütte ist auffällig, dass viele Schützenkönige der I. Kompanie mit dem Hause Schütte eng verbunden waren, so z. B. Josef gr. Burhoff, Richard Schöneich, Heinrich Neteler, Heinz Schütte und Werner Grieshop.

 

Königsthron im Jubiläumsjahr 1955. Von links: Franz Weiss, Präsident des Schützenvereins Dinklage, Paul Ruholl,  Maria gr. Burhoff, Leni und Schützenkönig Josef gr. Burhoff, Paula Heitmann, Elfriede Hinxlage, Präsident Bernhard Küper.

Neben den Genannten sind viele weitere verdiente Vereinsmitglieder aus der I. Kompanie hervorgegangen. Auch im Jubiläumsjahr 2005 kommen die meisten Vorstandsmitglieder des Vereins aus der I. Kompanie. Natürlich ist an erster Stelle der langjährige Präsident Bernhard Küper zu nennen, der bereits im Gründungsjahr 1930 spontan seine Eigentumsflächen zur Verfügung stellte, um dort das gemeinsame Schützenfest feiern zu können. Später wurden aus dem Kreis der I. Kompanie Heinrich Neteler und Heinrich Moormann in das Präsidentenamt gewählt. Stellvertretend für viele verdienstvolle Mitglieder seien Bernhard Klausing sen., Josef Tönjes, Franz Südbeck, Richard Heitmann, Franz Schütte, Alwin Grave, Heinz Pieper, Heinz Schütte, Paul Willenborg, Bernhard Siemer, Dr. Bernd Klausing, Otto Koslowski, Martin Verderber sowie die derzeitigen Mitglieder des Vereinsvorstandes genannt.

Kontinuität gab es nicht nur in der Führung des Vereins, sondern auch in der Spitze und Leitung der Kompanie. Auch hier haben sich viele Mitglieder der Kompanie über Jahrzehnte hinweg hohe Verdienste erworben. Dies gilt insbesondere für die nachfolgend genannten Kompaniechefs:

1930 – 1938

1938 – 08.05.1958

08.05.1958 – 29.04.1959

29.04.1959 – 31.07.1995

17.11.1995 – 26.11.1996

25.04.1997 – 14.11.2003

seit 14.11.2003

Hauptmann Heinrich Meyer

Major August Hinxlage sen.

Hauptmann Heinrich Ihorst

Oberstleutnant August Hinxlage

Hauptmann Franz Heil

Oberleutnant Heinz Arlinghaus

Oberleutnant Hans-Theo Pieper

Heinrich Ihorst, wohnhaft in Kleinbrockdorf, übernahm 1959 nach Gründung der IV. Kompanie die Leitung der neuen Kompanie.

Die Kompaniechefs gehören zur Kompanie

August Hinxlage mit dem damaligen Vizepräsidenten Hans Burwinkel

Franz Heil (vorne rechts)

Heinz Arlinghaus führt die Kompanie an

Die Kompaniechefs waren wichtiges Bindeglied zwischen dem Vorstand des Vereins und den Mitgliedern der Kompanie.

Dem jeweiligen Chef standen auch zu seiner Entlastung Kompaniemitglieder zur Seite. Seit etwa 40 Jahren werden in der Ersten regelmäßig Wahlen zum Vorstand durchgeführt. Im Rahmen einer außerordentlichen Versammlung am 16.12.1987 beschloss die Truppe erstmalig eine Satzung zur besseren Organisation der inneren Angelegenheiten. Der Zweck der Kompanie, Rechte und Pflichten der Mitglieder sowie die Organe der Kompanie und die Wahl und Amtsdauer der Vorstände sind in der Satzung geregelt. Selbstverständlich – auch das war bereits damals klar – genießt die Vereinssatzung im Zweifel Vorrang.

Seit dem 14.11.2003 gehören folgende Personen dem Kompanievorstand an:

Kompaniechef:

Stv. Kompaniechef:

Schriftführer:

Kassenwart:

Kompaniefeldwebel (Spies):

Schießwart:

Kinder- und. Jugendwart:

Hans-Theo Pieper

Bernhard Willenborg

Ulrich Heitmann

Josef Moormann

Ludger Neteler

Dirk Heil

Andreas Niemann

 

Kompanievorstand 2005 – von links: Hans-Theo Pieper, Bernhard Willenborg, Ulrich Heitmann, Josef Moormann, Dirk Heil, Andreas Niemann, Ludger Neteler

Insbesondere in der Ära von August Hinxlage wurde das Kompanieleben wesentlich aktiviert. Seit 1968 werden Kompanieversammlungen duchgeführt: eine in der Regel etwa 6 Wochen vor dem jährlichen Schützenfest, eine weitere im Spätherbst eines jeden Jahres. Auf der Frühjahrsversammlung werden üblicherweise erste Vorbereitungen zum bevorstehenden Schützenfest getroffen. Auch Beförderungen stehen gelegentlich auf der Tagesordnung. Nicht zuletzt werden die Kompaniemitglieder aufgefordert, sich um die Königswürde von St. Hubertus zu bemühen.

Auf der Versammlung im Spätherbst wird regelmäßig das Winterprogramm festgelegt. Über Jahrzehnte hinweg stand dabei das traditionelle Luftgewehrschießen in der Gaststätte Kathmann-Gerling im Vordergrund. Im Saal aufgebaute Schießkanäle gewährleisteten dabei die notwendige Sicherheit nicht nur für die Mitglieder aus der I. Kompanie, sondern auch für die Teilnehmer aus den übrigen Kompanien. Darüber hinaus sorgten viele auswärtige Gäste für die notwendige Spannung beim Schießen und Stechen um die höchste Ringzahl. Parallel dazu wurde ein Preisknobeln durchgeführt. Die jeweiligen Sieger erhielten insbesondere in den Anfangsjahren einen frischen Schweineschinken; später auch Geld- oder Sachpreise.

Preise für all diejenigen, die gut geschossen oder erfolgreich geknobelt hatten.

Dies war aber nur ein geringer Teil der geselligen Veranstaltungen im Jahreskreis.

In der Versammlung am 12. Januar 1975 im Lokal von Kurt und Ruth Landau schlug der Chef vor, im Namen der Kompanie am 10. und 11. Januar 1976 ein Grützwurstessen zu organisieren und durchzuführen. Dieser Vorschlag fand die Zustimmung der Versammelten. Fortan war Chefkoch Audi in seinem Element. Er war nicht nur ein umtriebiger Kompaniechef, sondern kochte auch gern und gut für sich und andere. Weil die Resonanz auf das Grützwurstessen zunächst verhalten war und viele Vereinsmitglieder Grützwurst aus dem Elternhaus kannten, wurde 1978 ein Forellenessen angeboten.

Chefkoch August Hinxlage hat alle Pfannen heiß.Ursula Willenborg und Annelies Neteler assistieren.

 

Doch bereits 1979 kehrte die Kompanie zum Grützwurstessen zurück und seither hat mancher Feinschmecker aus nah und fern an den ersten Wochenenden im Januar den Weg nach Langwege gefunden.

Die Grützwurst wird in der Pfanne heiß serviert. Dazu gibt es Schwarzbrot, Kaffee oder auch kühle Getränke. Marlies Dödtmann, Birgit Espelag und Inge Kramer beim Gaumenschmaus.

 

Von Beginn an wurde die Grützwurst nach „Omas Rezept“ bei Hinxlage, Neteler und seit vielen Jahren im Hause Willenborg gemacht. Zur Anfertigung der Grützwurst werden „Priggen“ benötigt. Ob es diese allerdings künftig im Fachhandel noch geben wird, ist zweifelhaft. Aber alle Gourmetfreunde können unbesorgt sein – Grützwurst bei Kathmann-Gerling wird auch künftig aus der heißen Pfanne serviert.

Ums Essen und Trinken geht es natürlich auch beim Kohlessen. Dies wird alljährlich – seit vielen Jahren am zweiten Samstag im Februar – bei Kathmann-Gerling durchgeführt. Begonnen hat alles, als Käthe und Josef Kathmann noch Inhaber und Betreiber eines Lebensmittel- und Kolonialwarengeschäftes waren. Die Waren im heutigen Saal wurden zur Seite gerückt. Wiederholt verschwand beim Essen eine gefüllte Fleischplatte auf die Fensterbank, um sie nach Mitternacht wieder hervorzuholen. Den Hökerladen gibt es offiziell seit 1973 nicht mehr. Der Saal – diesen Eindruck könnte man haben –  wurde offensichtlich mit der Größe der Kompanie abgestimmt. Etwa 85 bis 90 Personen besuchen das jährliche Kohlessen. Die Kompaniemitglieder feiern gemeinsam mit dem Königsthron und dem Vereinsvorstand in geselliger Runde. Die Quietschboys aus dem Hause „Kipp“ oder andere Alleinunterhalter haben in den vergangenen Jahrzehnten häufig den Ton auf dem Kohlessen angegeben. Eine reichhaltige Tombola, seit einigen Jahren von mehreren Frauen aus der Kompanie hervorragend organisiert, sorgt nach dem Essen für die notwendige Stimmung und Überraschung. An dieser Stelle sei allen Sponsoren und Spendern gedankt, die diese Tombola unterstützt haben. So manches Kohlessen endete zu früher Stunde mit einem zünftigen Spiegeleieressen.

Kohl und Pinkel schmecken allen recht gut

Von links: Josef Moormann, Carsten Brinkmann, Heinrich Moormann, Maria Moormann, Mechthild Klöker, Hildegard Brinkmann, Martina Heimann, Marita Moormann, Maria Schütte

 

Von den Frauen der Kompanie war soeben die Rede. Zu erwähnen ist die Damen- und Fahrradkompanie der 70er und 80er Jahre am Schützenfestdienstag. Angesichts der treibenden Kräfte in der Natur wurden die Fahrräder mit frischen Sträuchern – gelegentlich soll auch Rhabarber dazwischen gewesen sein – geschmückt. Dem Vereinsgeneral hat es wohl einiges Kopfzerbrechen beschert; für viele ist die Teilnahme am Umzug in dieser Form sicherlich mehr als eine angenehme Erinnerung.

Die Langwegerinnen und Langweger identifizieren sich seit Gründung des Vereins mit ihrem Verein und demonstrieren diese Verbundenheit auch gern nach außen. Am 30. Mai 1976 wurde beschlossen, bei den Kompaniemitgliedern Fahnen mit den „Oldenburger Farben“ aufzustellen. Am Donnerstag vor Pfingsten trafen sich die Kompaniemitglieder bei Paul und Ursula Willenborg. Unter Federführung von Heinrich Neteler wurden überall dort, wo der Umzug am 1. und 2. Schützenfesttag vorbeikommen sollte, Fahnen aufgestellt. Das abschließende gemütliche Beisammensein, das sich inzwischen zu einem „Highlight“ im Kompanieleben entwickelt hat, fand bis 1985 in der Hütte von Heinz Schütte statt, danach bis 1991 im Hause Schiltmeyer und seither beim Vereinskameraden Karl-Heinz alias Moritz Pieper. Weil auch dieser Abend regelmäßig deutliche Spuren hinterlässt und damit die Schützenfestfreude etwas länger als nur ein Wochenende anhält, werden die Fahnen seit vielen Jahren bereits eine Woche vor Pfingsten aufgezogen.

Das Loch für den Fahnenmast ist ausgehoben. Josef Moormann probiert, ob es auch tief genug ist.

Das Aufstellen der Fahnen war anstrengend.

 

Angesichts der Lage des Schützenplatzes wird immer dann die Brockdorfer Straße von der Firma Panther Batterie (alte Molkerei) bis zum Schützenplatz mit frischen Birkensträuchern geschmückt, wenn jemand aus der I. Kompanie König ist.

Nach den ersten anstrengenden Tagen auf dem Schützenplatz treffen sich die Kompaniemitglieder seit 1975 zum traditionellen Frühschoppen am Pfingstdienstag. Natürlich war das Vereins- und Kompanielokal Hinxlage/Landau Treffpunkt. Nachdem diese Traditionsgaststätte 1976 abgebrannt war, wurde der Frühschoppen vorübergehend bei Toni und Günther Schiltmeyer gefeiert. Seit 1978 findet er alljährlich unter den Linden auf dem Hof Klöker statt. Alois Middendorf mit seinem Team kümmert sich um Getränke und Organisation. Chefkoch August Hinxlage und seine Helferinnen und Helfer servierten Erbsensuppe, Gulasch oder Schnitzel. Aber auch die Rippchen mit Sauerkraut der Bäckerei Heitmann sind seit einigen Jahren sehr appetitlich.

Beim Frühschoppen auf dem Hof Klöker können sich die Schützen mit ihren Familien von anstrengenden Tagen und Nächten hervorragend erholen. Gelegentlich wird auch darüber philosophiert, wer wohl neue Majestät werden wird.

Der Frühschoppen –
eine wahrlich gelungene Veranstaltung für die gesamte Familie.

Von links: Franz Heitmann, Martin Verderber, Hans Klöker

Josef Heitmann

Von links: Josef Bocklage, Franz Heitmann, Otto Koslowski

Von vorne nach hinten: links: Nadine Pieper, Hannelore Siemer, Ursula Willenborg, Hannelies Heitmann, Hedwig Pieper

Von vorne nach hinten: rechts: Maria Moormann, Christa Arlinghaus, Thekla Heitmann, Antonia Schiltmeyer, Inge Heil, Petra Middendorf

Karl-Heinz „Moritz“ Pieper

Von links: Jörg Arlinghaus, Josef Bocklage, Bernd Taphorn, Ludger Neteler, Franz-Josef Willenborg, Christian Arlinghaus, Stefan Möller, Josef Moormann

 

Nach dem Mittagessen treten die Schützen auf dem Hof Klöker an, um anschließend am Festumzug teilzunehmen. Einige Schützenfrauen treffen sich nach dem gemeinsamen Frühschoppen zur gemütlichen Kaffeetafel bei Kathmann-Gerling.

Sobald der Umzug am Pfingstdienstag beendet ist, steht natürlich auch bei den Mitgliedern der I. Kompanie das Königsschießen im Vordergrund. Dabei kommt natürlich auch die Geselligkeit im Festzelt oder unter den Buchen hinter der Festhalle nicht zu kurz.

Gesprächsthema Nr. 1 in gemütlicher Runde hinter der Schützenhalle am Pfingstdienstag ist die Frage, wer wohl beim Königschießen „hoch“ ist.

 

Pokaltrinken mit dem neuen König – die I. Kompanie pflegt auch diese Tradition

Wenn der König aus den Reihen der I. Kompanie kommt, verlängert sich für alle Aktiven das Schützenfest um einen Tag. Am Mittwoch nach Pfingsten treffen sich die Mitglieder des Thrones, die Offiziere der Kompanie sowie alle Interessenten um 18 Uhr im Kompanielokal zum Pokaltrinken. Hier hat schon so mancher Standfestigkeit – gelegentlich auch beim „Rückwärts steigt“ bewiesen. Dem eigenen Portemonnaie hat es in der Regel nicht geschadet.


Die I. Kompanie pflegt eine bewährte Tradition

Von links: Franz Pieper, Königin Mechthild Klöker, Majestät Hans-Heinrich Klöker, Irmgard und Richard Middendorf, Günther und Hildegard Brinkmann, Stefan Möller, Josef Meyer

 

Familienausflug mit dem Fahrrad

Eine gelungene Veranstaltung ist auch die alljährlich stattfindende Radtour. Der Vergnügungsausschuss der Kompanie wurde erstmalig am 20.04.1989 von der Kompanieversammlung beauftragt, an einem Sonnabend im August desselben Jahres eine Radtour zu organisieren. Weil dieser Familienausflug mit jung und alt reges Interesse fand, ist auch diese Veranstaltung aus dem Kompanieleben nicht mehr wegzudenken. Die Beteiligung war immer recht gut, selbst gebackener Kuchen und frischer Kaffee schmecken beim Picknick im Grünen. Nicht nur die Kinder greifen gern zu den Süßigkeiten. Getränke gibt es bei den Stopps und beim abendlichen Grillen. Defekte Fahrräder gab es bisher selten, dafür musste so mancher Vereinskamerad sein Gefährt am Tag danach wiederholen.

Radfahren macht durstig und hungrig

Alois Middendorf

Jörg Arlinghaus sorgt für Nachschub.

 

Schießsport ist Breitensport

Beim Ringen um die Königswürde haben sich Mitglieder der I. Kompanie oft durchgesetzt. Viele Kompaniemitglieder waren darüber hinaus erfolgreich, sowohl beim sportlichen Schießen als auch beim Preisschießen. Verdiente Mitglieder – insbesondere Heinrich Neteler und Dr. Bernd Klausing – haben sich Jahrzehnte für den Schießsport eingesetzt. Da fiel es kaum ins Gewicht, wenn die Kameraden der I. Kompanie beim Pokalschießen oder bei den alljährlich stattfindenden Vereinsmeisterschaften in den Mannschaftswettbewerben häufig den undankbaren vierten Platz belegten.

Um so erfolgreicher ist allerdings das Übungsschießen an jedem dritten Sonntag im Monat auf der Schießsportanlage am Küpers Busch. Dies ist wohl das jüngste Kind einer alles in allem recht erfolgreichen Kompaniegeschichte. Nach anfänglichen Schwierigkeiten gab es immer wieder Neuauflagen. Ca. 12 Mal im Jahr üben Schützenschwestern, Schützenbrüder, Jugendliche und Kinder mit dem Kleinkalibergewehr, Luftgewehr oder Lichtpunktgewehr um Tagespreise und hohe Ringzahlen für die Jahreswertung. Michael Niemann ist die gute Seele an diesen Sonntagen und versorgt die durchschnittlich 15 – 20 Aktiven.

Die erfolgreichen Nachwuchsschützen von links: Ann-Christine Willenborg, Julia Gerdes, Josef Moormann, Philipp Moormann, Andreas Klöker, Maria Moormann, Nicolas Kumnick

 

75 Jahre I. Kompanie. Das sind 75 Jahre ehrenamtliches Engagement, Freude und Geselligkeit. So soll es weitergehen!